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Forstwert-Reinertrag


Der forstliche Reinertrag zeigt das aktuelle Rentabilitätspotential der Holzarten, ermöglicht vergleichende Differenzbildung bei erzwungenem Baumartenwechsel und ist Ausgangspunkt für die Kalkulation des Produktionsausfalls auf einer vorübergehend aus der forstlichen Nutzung genommenen Fläche (Bodenrente gemäß NVWald1). Behandelt werden im Zusammenhang mit dem Reinertrag Aspekte des forstlichen Wirtschaftsprozesses.

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Dem Forstwert-Reinertrag liegt das Normalwaldmodell zugrunde. Kalkuliert wird der Reinertrag eines Normalwaldes (siehe Verkehrswert) unter gegenwärtigen Kosten und Erlösvorstellungen (pauschale Tabellenwerte). Reinertrag und Ertragswert - letzterer wird bei den Förstern Waldrentierungswert genannt - stehen zueinander in Beziehung wie Zinsen und Kapital.

Die Bestimmung des Ertragswertes eines Forstbetriebs (siehe Verkehrswert) erfolgt nicht als Vorwert prognostizierter Reinerträge (additive Methode nach OSWALD-KRIEGER u.a.), sondern mutiplikativ mittels eines angepassten Normalwald-Reinertrags (SPEIDEL, MANTEL, WEIMANN). "Es gibt außer der seltenen Situation übermäßig substanzreichen Waldes zwei forstliche Extremsituationen mit vielerlei dazwischen."2 Das Prinzip der Waldgestaltung unbestockten Waldbodens - der erste Extremfall - ist die Entwicklung einer kahlen Fläche (Bodenreinertragslehre), die mittels einer Zinsforderung einen investiven Fortschritt zum 'besseren' Wald erfahren soll (Bodenzins gemäß der FAUSTMANNschen-Bodenertragswertformel 18493). Die zweite Extremsituation (Waldreinertragslehre) beschäftigt sich ebenfalls mit Holzwachstum und Holzproduktion, jedoch nicht unter Entwicklungs- und Investitionsgesichtspunkten, sondern mit dem finanziellen Ergebnis eines bereits vorhandenen Waldes, in dem junge bis alte Bäume völlig gleichmäßig verteilt sind und der trotz Entnahme und Ergänzung durch das Nachhaltigkeitsprinzip4 in Wertigkeit und Wesen so bleiben kann und soll wie er ist (Normalwaldmodell). Die von Forstwert verwendete multiplikative Verfahrensweise bei der Berechnung des Ertragswerts (siehe Verkehrswert) über einen angepassten Normalwald-Reinertrag (Waldreinertrag) nimmt direkten Bezug auf das 'vielerlei' zwischen den beiden forstlichen Extremsituationen.

1 Richtlinien für die Begründung von Nutzungsverhältnissen an Waldflächen für Zwecke der Verteidigung (§ 2 LBG) - NVWald vom 01.08.1986, Bundesanzeiger, Jg. 38, Nr. 182a

2 Weimann, H.-J. (2004): Die Förster und die Zeit - Zu Waldboden, Entwicklung, Wald und Nachhaltigkeit, Land, Agrarwirtschaft und Gesellschaft, Zeitschrift für Land- und Agrarsoziologie, Jg. 15, 02/2004, S. 49-62

3 Oberförster Martin Faustmann 1822-1876 (geb. am 19. Februar 1822 in Gießen)

4 Nachhaltigkeit im Sinne von Gustav Baader (1878-1956) als Dauer, Stetigkeit und Gleichmaß

Forstwert-Reinertrag

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Forstwert UG
M. Friedel
Friedhofstrasse 41
36367 Wartenberg
Tel.: +49 6648 - 959409
E-Mail: friedel@forstwert.de
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